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30. März 07

Schnellster MacMini aller Zeiten

MacminiKlein, schick und teuer sind die MacMinis von Apple. Die schnellsten sind sie allerdings nicht. Ein 1,83 GHz Core2Duo ist die stärkste CPU die es offiziell gibt und die Standard Notebookplatten (5400 rpm) des Mini, rocken höchstens die Bilanzen von Apple.

Höchste Zeit also, dass sich was dreht, denkt sich die PCpro-Reaktion  und haucht einem angejahrten CoreSolo MacMini mit 1,66 GHz neues Leben ein. Die alte CPU fliegt raus und macht einem Core2Duo mit 2,33 GHz Platz. Der Umbau ist kein Problem, denn bei den Intel-Macs ist die CPU gesockelt eingebaut, lässt sich ohne Lötkolbeneinsatz ausbauen. Bei der Gelegenheit wechseln wir auch gleich die Festplatte. Die brandneue  Seagate 7200.2 Festplatte (7.200 rpm, 8 MByte Cache) soll den klassischen MacMini-Flaschenhals, die 2,5"-Notebook-Festplatte, etwas aufweiten. Nach dem Zusammenbau kommt die Stunde der Wahrheit, und siehe da: Der gedopte Mini kann vor Kraft kaum noch laufen! Die CPU-Leistung hat sich fast verdoppelt und auch die Festplatte spricht jetzt spürbar flotter an. Wirtschaftlich sinnvoll ist es natürlich nicht, denn warum geben wir 800 Euro aus (CPU 620 Euro/Festplatte 180 Euro) um einen alten MacMini aufzublasen? Ganz klare Antwort: Weil's geht ;) Außerdem hat die PCpro jetzt einen Mini, der wesentlich schneller ist als seine nagelneuen Brüder aus dem Applestore. Mal gucken wie lange das so bleibt, denn die nächste Mini-Generation steht bestimmt schon in den Startlöchern.

Der komplette Bericht mit ausführlichem MacMini-Upgrade-Guide kommt in einer der nächsten PCpro Ausgaben. Hier erklären wir, wie man CPU, RAM und Festplatte wechseln kann, ohne dabei das  empfindliche Innenleben des MiniMacs zu beschädigen. Gerade für Besitzer der ersten Intel-Generation (1,5+1,66 GHz Core Solo) lohnt es sich aufzurüsten. Ein wesentlich stärkerer 1,83 GHz Core2Duo-Prozessor kostet gerade 250 Euro und dafür bekommt man keinen neuen Mac.

Wer sich die Benchies selber mal anschauen will, kann das unter xbench.com tun. Einfach "PCpro" im Suchfeld eingeben und ab geht's.

Posted by Sascha Steinhoff on März 30, 2007 at 06:37 nachm. | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Einfach und schnell: Verbindliche Farben mit Kalibrierung.

Pantone_hueypro Tausende Anwender geben Unsummen für große Monitore, leistungsfähige Grafikkarten, umfassende Bildbearbeitungs-Programme oder Computerspiele aus. Alles umsonst, denn auch wenn alles Top-Produkte sind: Im Hinblick auf die digitale Farbe ist ihre einzige Gemeinsamkeit der Unterschied. Zu viele Anwender verzichten noch auf Farbmanagement am PC und nehmen eine schlechtere Darstellung und Fehlfarben in Kauf.

Neuer Pantone Huey Pro hilft beim Farbmanagement

Dass Kalibrierung kein Angstgegner sein muss, sondern binnen weniger Minuten leicht von der Hand geht, hat auch Pantone schon mit dem Colorimeter Huey bewiesen. Jetzt bekommt das Farbkalibrierungsgerät einen größeren Bruder und professionellere Optionen, ohne auf die Bedienfreundlichkeit der Einsteiger-Version zu verzichten.

Bereits 2006 hat es der Huey, laut Rachid Angri, Marketing und Produkt-Manager bei Pantone Europa, auf einen Marktanteil von 35 Prozent geschafft. Der Huey Pro biete jetzt auch professionellere Optionen, die sich fortgeschrittene Anwender gewünscht haben, so Angri.

Wie schon Huey misst die Pro-Version des Colorimeters das Umgebungslicht und passt die Monitoreinstellungen automatisch an - jetzt managt Huey Pro sogar mehrere Profile für all diejenigen, die mit mehreren Monitoren arbeiten und grafische Daten hin- und herschieben. Das ist ein echter Vorteil. Mit zusätzlichen Messfeldern verspricht Hersteller Pantone noch präzisere Profile. Anwender können zudem aus je drei Gammawerten und Weißpunkten/Farbtemperaturwerten ihre individuellen Settings zusammenstellen.

Wer sich intensiver in das Thema Farbmanagement am PC einarbeiten will, findet auf der beiliegenden CD die entsprechende Lektüre. Wer indes Hilfe beim Kalibrieren mit Huey Pro benötigt, erhält Tipps von der kostenlosen Support-Hotline.

Den Huey Pro gibt es ab April im Handel (ca. 150 Euro).

Den Einzeltest lesen Sie demnächst in PC Professionell. In Ausgabe 6/2007 bietet PCpro zudem verständliche Praxistipps für die Workflow-Kette von der Digicam über die Bildbearbeitung bis zum Ausdruck.

Posted by Heiko Mergard on März 30, 2007 at 04:34 nachm. | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

1&1 Webmail schon wieder down

1und11&1 hatte in Vergangenheit mehrfach massive Probleme mit der  Zuverlässigkeit seiner Mailserver, daraus gelernt hat das Unternehmen allerdings nicht.  Wer regelmäßig den 1&1 Webmailer nutzen muss, kennt das schon: "Fehler 500. Unser Technikteam wurde bereits informiert..." Was auch immer das Technikteam mit der Info macht, an der Misere ändert sich nichts.

Ich nutze 1&1 schon seit mehreren Jahren, das Thema ist ein echter Dauerbrenner. Wer einen zuverlässigen Webmailer braucht, sollte sich lieber einen Account bei gmx&Co besorgen. Die kostenlosen Freemailer haben eine Zuverlässigkeit von der 1&1 nur träumen kann.

Posted by Sascha Steinhoff on März 30, 2007 at 12:36 nachm. | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack

PC Professionell eröffnet das erste Computer-Testlabor in Second Life

Fundierte Technik-Infos gibt es nun auch in Second Life, die Computerzeitschrift PC Professionell hat in dem virtuellen Freizeitparadies das erste Testlabor eingerichtet. In zwei Monaten Entwicklungszeit entstand der neue Treffpunkt in SL. Christian Mießner, Associate Publisher Online bei der PC Professionell sagt: „Das passt sehr gut zu uns. Vor allem wollten wir zeigen, was ein Computerfachmagazin leisten kann. Wir wollten eben mehr machen, als nur ein Haus zu kaufen und dann den Firmennamen draufschreiben.“

Snapshot1_004 Von Anfang hat die Zeitschrift ein aktives Konzept verfolgt. Dazu gehört ein eigens für Second Life engagierter Testredakteur, der Produkte nach den strengen PC Professionell-Qualitätsmaßstäben unter die Lupe nimmt. Der Test-Avatar und erfahrene SL-Bewohner Martin Pitre durchstreift die virtuelle Landschaft und untersucht beispielsweise Software, die innerhalb des Cyberspace eine Rolle spielt. Ferner werden auch RSS-Reader für die Kommunikation, Skripte, Holodecks für noch mehr Freizeitspaß oder auch mal der digitale Biergarten auf Herz und Nieren geprüft. Pitre: "Das Testlab ist aber keine Einbahnstraße. Es bietet zum Beispiel auch die Möglichkeit, die Nutzer-Meinung zu einem bestimmten Produkt zu hören. Hierzu gibt es in Second Life die Gruppe Testlab, die für alleMs_holodeck_menu_2 Interessierten offen steht und in der beispielsweise die Testergebnisse mit den Machern und mit anderen diskutiert werden können."

Auf (virtuellen) Displays können Besucher im Testlabor auch in der aktuellen Ausgabe der PC Professionell sowie in den verschiedenen Online-Angeboten und Weblogs schmökern, Videos ansehen und Podcasts hören. Christian Mießner: „Wir haben, obwohl wir erst kurz dabei sind, bis jetzt auch schon ein tolles Feedback erhalten.“

PC Professionell in Second Life findet man einfach unter dem Begriff "Testlabor" oder auch auf dem Sim Perlenstrand.

Ms_rss_reader

Posted by PCPro on März 30, 2007 at 07:26 vorm. | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

PC Professionell eröffnet das erste Computer-Testlabor in Second Life

Fundierte Technik-Infos gibt es nun auch in Second Life, die Computerzeitschrift PC Professionell hat in dem virtuellen Freizeitparadies das erste Testlabor eingerichtet. In zwei Monaten Entwicklungszeit entstand der neue Treffpunkt in SL. Christian Mießner, Associate Publisher Online bei der PC Professionell sagt: „Das passt sehr gut zu uns. Vor allem wollten wir zeigen, was ein Computerfachmagazin leisten kann. Wir wollten eben mehr machen, als nur ein Haus zu kaufen und dann den Firmennamen draufschreiben.“

Snapshot1_004 Von Anfang hat die Zeitschrift ein aktives Konzept verfolgt. Dazu gehört ein eigens für Second Life engagierter Testredakteur, der Produkte nach den strengen PC Professionell-Qualitätsmaßstäben unter die Lupe nimmt. Der Test-Avatar und erfahrene SL-Bewohner Martin Pitre durchstreift die virtuelle Landschaft und untersucht beispielsweise Software, die innerhalb des Cyberspace eine Rolle spielt. Ferner werden auch RSS-Reader für die Kommunikation, Skripte, Holodecks für noch mehr Freizeitspaß oder auch mal der digitale Biergarten auf Herz und Nieren geprüft. Pitre: "Das Testlab ist aber keine Einbahnstraße. Es bietet zum Beispiel auch die Möglichkeit, die Nutzer-Meinung zu einem bestimmten Produkt zu hören. Hierzu gibt es in Second Life die Gruppe Testlab, die für alleMs_holodeck_menu_2 Interessierten offen steht und in der beispielsweise die Testergebnisse mit den Machern und mit anderen diskutiert werden können."

Auf (virtuellen) Displays können Besucher im Testlabor auch in der aktuellen Ausgabe der PC Professionell sowie in den verschiedenen Online-Angeboten und Weblogs schmökern, Videos ansehen und Podcasts hören. Christian Mießner: „Wir haben, obwohl wir erst kurz dabei sind, bis jetzt auch schon ein tolles Feedback erhalten.“

PC Professionell in Second Life findet man einfach unter dem Begriff "Testlabor" oder auch auf dem Sim Perlenstrand.

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Posted by PC Pro Newsservice on März 30, 2007 at 07:26 vorm. | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

29. März 07

Podcast: Virenscanner im Test

Jeder kennt sie, keiner will sie haben und wenn man sie doch hat, will man sie schleunigst wieder los werden. Die Rede ist nicht von von Schnupfen-Bazillen. Wir sprechen von digitalen Schädlingen — von Viren und Würmern. PC Professionell hat Virenscanner auf Herz und Nieren geprüft. (tkr)

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Posted by PCPro on März 29, 2007 at 10:01 vorm. | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

28. März 07

Genial für Kreativ-Profis: Adobe Craetive Suite 3 (CS3) mit neuem Photoshop, Illustrator, InDesign, Dreamweaver, Premiere Pro, Flash und Dutzenden pfiffiger Neuerungen

Creative_suite3 Das neues Magnum Opus für Mediengestalter heißt Adobe Creative Suite 3 Master Collection. Die CS3 ist das derzeit größte Komplettpaket für Kreative mit Profi-Tools für Bildbearbeitung, Layout, Webdesign, Illustration, Animation, Video- und Soundediting, DVD-Authoring und PDF-Workflow. Alle 20 Applikationen der Master Collection - mit zum Teil sehr pfiffigen Features - sind neue Versionen.

Die Übernahme von Macromedia durch Adobe merkt man auch dem Software-Portfolio der CS3 an: Dreamweaver, Fireworks, Flash und Contribute wurden gleich mit dazugepackt. Insgesamt hat Adobe sechs verschiedene Pakete geschnürt: Creative Suite 3 Web Standard, Web Premium, Production Suite, Design Standard, Design Premium und besagte Master Collection.

Die wichtigsten Highlights der neuen Creative Suite 3 stellen wir Ihnen in unserem Beta-Test in der aktuellen PC Professionell 5/2007 vor.

Hier im Web können Sie schon einmal reinschnuppern. Heute: Der neue Photoshop CS3 Extended. Die Final-Versionen wird Adobe voraussichtlich Mitte April (englisch) und Anfang Mai (deutsch) veröffentlichen.

Photoshop CS3Photoshop_anim

Mit der Funktion Smart Filter lassen sich Effekte jetzt als Ebenen in Projekte einfügen, verändern aber nicht die Originalbilddaten. Sie bleiben zudem weiter bearbeitbar und können sich mittels Maskierung nur auf definierte und ebenfalls weiter anpassbare Bildbereiche auswirken.
Super nützlich für HDR-Fotografen und Top-Gruppenfotos sind die Automatiken für das Ausrichten von Einzelbildebenen und das Angleichen von Überblendungen.
Das neue Bedien-Interface schafft endlich mehr Platz auf der Arbeitsfläche.
Wirklich cool ist das Zwiebelhaut-Feature, mit dessen Hilfe man binnen weniger Minuten einfache Animationen direkt in Photoshop bauen kann, Bild für Bild wie bei den klassischen Zeichentrick-Künstlern von Disney und Co.

Neuer Photoshop: Extended

Mit CS3 Extended gibt es eine völlig neue Photoshop-Version, die eine Reihe interessanter Extras bietet. Sie ist vor allem für Videodesigner, Animatoren und Wissenschaftler, etwa Mediziner, gedacht.
Zum Beispiel: Videobearbeitung Frame-by-Frame, Zeichentrick-Zeichnungen, Bildanalyse, erweiterte Mess- und Zähltools sowie umfangreichere 3D-Funktionen im Fluchtpunkt-Raster-Tool, dessen Raster sich auch nach After Effects exportieren lassen.

Fazit: Schon die Beta-Version von Photoshop CS3 Extended macht Spaß. Die Neuerungen helfen Profis schneller zu einem ersten ansehnlichen Ergebnis zu kommen. Für perfekte Detailarbeit müssen sie natürlich weiterhin Zeit und Mühe investieren. Trotz der Zunahme von Automatiken, die beste Arbeit erfolgt immer noch manuell.

Posted by Heiko Mergard on März 28, 2007 at 01:59 nachm. | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

Podcast: Blick in die Zukunft - Teil 5

PCpro + Glaskugel PC-Professionell-Experte Heiko Mergard blickt in die Zukunft! Vom Durchschnitts-Hellseher unterscheidet er sich allerdings dadurch, dass er alle Fakten und Details zu jeweils einem Themengebiet zusammen getragen hat — die übrigens auch in der PC-Professionell-Ausgabe 04/2007 nachzulesen sind. Im fünften Teil unserer Serie geht es um
Roboter. (tkr)

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Jeweils Mittwochs finden Sie an dieser Stelle einen weiteren Podcast zum Thema. Die Serie im Überblick:

        • Teil 1: Antennen auf der Haut
        • Teil 2: Das papierlose Büro der Zukunft
        • Teil 3: Fremdsprachen spielend beherrschen
        • Teil 4: Miniaturisierung
        • Teil 5: Roboter
        • Teil 6: Speicher der Zukunft
        • Teil 7: Das Wiki der Dinge
        • Teil 8: Ambient Intelligence
        • Teil 9: Die Bewerbung der Zukunft
        • Teil 10: Dualfotografie
        • Teil 11: Gesichter mit Sprache
        • Teil 12: Dateisuche der Zukunft
        • Teil 13: Superbandbreite für alle
        • Teil 14: Unfallfreies Fahren

Posted by PCPro on März 28, 2007 at 10:01 vorm. | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

27. März 07

Podcast: Windows Vista für Profis

Windows_vista_2 PC Professionell schaut in die Tiefe von Windows Vista: Was muss ich beim Deployment beachten, bei der Registry oder bei den Gruppenrichtlinien? Eine Zusammenfassung mit vielen Fakten ist dabei herausgekommen, vor allem interessant für Administratoren. Ein Überblick von Jörg Geiger. (tkr)

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Posted by PCPro on März 27, 2007 at 10:01 vorm. | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

23. März 07

Die Psycho-Hölle von Second Life: Digitale Lebenslügen in der virtuellen Traumfabrik

2ndlife_death Pioniertage 2.0 im Cyberspace: Erfüllte Träume gegen Bares.
Second Life lockt mit freier Liebe, Reichtum und Omnipotenz.

»Wir machen die Welt, wie sie uns gefällt.« Das stand als Graffiti an meiner alten Uni. Ich habe mich immer über diesen Euphemismus geärgert. Doch Philip Rosedale, Gründer des Linden Lab, verspricht mit Second Life die Utopie zur virtuellen Realität zu machen. Wir können uns völlig neu erschaffen als Avatar und unsere multiplen Persönlichkeiten, Träume und Triebe ausleben – gottgleich. Wir können 2ndlife_logo sein, was wir lieben, was wir missen und was wir fürchten – zeitgleich. Wir können schön, reich, berühmt und beliebt sein. Wir können karibische Inseln, herrschaftliche Villen und magische Designerklamotten besitzen. Wir können frei fliegen, fabulieren, flüchten und f***en.

Anarchie der Lügen

Doch diese Diktatur der

Oberflächlichkeiten ist nur ein psychologisches Ablenkungsmanöver vom wirklichen Leben, eine Anarchie der Lügen. In der Scheinwelt von Second Life ist nichts real und alles virtuell: Wir sehen es zwar, aber es existiert nicht. Wir kaufen es zwar, aber wir besitzen es nicht. Anonym und verantwortungslos zelebrieren wir im Virtuellen unsere Ich-Überhöhung, aber im Realen bleiben wir immer noch wir selbst, mit unseren alten Ängsten und subtilen Schwächen, falschen Eitelkeiten und 2ndlife_spielplatz ungelösten Problemen. Weltflucht ist keine Lösung.

Eine Welt voller Sex und...

Die grenzenlose Kreativität des zweiten Lebens manifestiert sich allzu profan in der Nachbildung des ersten Lebens: Eine Welt voller Sex, Werbung, Geschäftemacherei. Eine Gesellschaft voller Egomanen, Selbst-Inszenierer, Gauner und Betrüger. Natürlich gibt es auch »die andere Seite«: Angels, die als dienstbare Geister Immigranten hilfreich zur Seite stehen. Politicals, die engagiert ihre Heilslehren verbreiten. Socials, die den sozialen Kontakt und Austausch suchen, um wenigstens ein Fünkchen Leben in diese grobschlächtige Bitwelt zu tragen.

Was gewinnen wir?

Selbst positive Ausnahmeerscheinungen in Second Life können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Grunde nur ums Geld geht. Linden Lab liefert eine virtuelle Traumfabrik, die Wünsche erfüllt, wenn genug Bares bereit gehalten wird. Wer Aufmerksamkeit erregen will, muss sich Statussymbole kaufen. 2ndlife_spruch Wer in Second Life Erfolg haben will, muss zunächst investieren. Linden Lab und werbetreibende Waren- und Ideenhändler wie Adidas, BMW, Dell, Nissan, Toyota gewinnen damit Geld. Aber was gewinnen wir?

Gewinner des Booms

Wer früh mit einer Geschäftsidee in Second Life einsteigt, kann wie Anshe Chung und Jennifer Grinnell zu den Gewinnern gehören, kann dafür sorgen, dass andere mehr Gewinne für ihn machen, und kann erwirtschaftete Linden-Dollar in echtes Geld eintauschen. Das klingt verdächtig nach dem Credo der Scientologen und erinnert an verbotene Schnellball- oder Pyramidensysteme. Die Opfer sind am Ende die Zuspätgekommenen, die den Versprechen der Werbung erliegen und schließlich erkennen müssen, dass hinter ihren virtuellen Statussymbolen keine realen Gegenwerte, sondern nur finanzielle Verluste stehen.

Verkaufte Träume

2ndlife_discattraction_2 Second Life verkauft den Traum von einem digitalen Paralleluniversum, in dem wir Menschen Göttern gleich sind und der allein deshalb von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Die Illusion einer digitalen Mimesis konterkariert bereits Allzumenschliches: Wer Sex haben will, muss sich zuerst Genitalien kaufen, um glücklich zu werden. Aber wer das Glück sucht, sollte zuerst seine Aufgabe im wirklichen Leben finden. Und wer leben will, sollte nicht dem luftleeren Surrogat verfallen. Für 5 Millionen Second-Life-Spieler ist es höchste Zeit, sich wieder auf das erste Leben zu besinnen. Denn am Ende bleibt die Frage nach dem Warum von Second Life offen. Und hier draußen, in der wirklichen Welt, warten wichtige Aufgaben, deren Lösung mehr Glück verheißt.

Fazit

Der Erfolg von Second Life ist der Erfolg einer Metapher, die sich als Lüge entpuppt. Das Online-Rollenspiel ist ein wahnhaftes Trugbild: Alles versprechend – nichts erfüllend.

Posted by Heiko Mergard on März 23, 2007 at 03:17 nachm. | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack